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Die Jobbörse für Geflüchtete und Migranten im Estrel Berlin – Ein Erfahrungsbericht

Erstellt am 27.01.2017 von Christine Wackernagel in Kategorie(n): Business News

Weiterbildungsmessen und Jobbörsen gibt es zuhauf und insbesondere in Berlin mehrmals im Jahr. Als Bildungsträger findet man uns, das IFM Institut für Managementberatung, auch regelmäßig auf diesen Messen.
Hier haben wir die Möglichkeit, unkompliziert in direkten Kontakt mit weiterbildungsinteressierten Messebesuchern zu treten, über aktuelle Jobprofile und die notwendigen Voraussetzungen zu informieren und uns auszutauschen. Das Ganze in einem direkten Gespräch, ohne große Voranmeldung, quasi während der Interessent an uns vorbeischlendert. Einfacher geht es  für beide Seiten nicht.
Messen bieten somit eine direkte und unkomplizierte Möglichkeit der Kontaktaufnahme für alle Beteiligten.

Nun hat die große Einwanderungswelle von geflüchteten Menschen aus Kriegsgebieten auch uns als Bildungsunternehmen vor eine neue Herausforderung gestellt. Wie erreichen wir diese Menschen, wer sind sie, was benötigen sie an Bildung, Weiterbildung, Qualifizierung, um sich hier am deutschen Arbeitsmarkt eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu sichern?

Fokus auf Jobs und AusbildungenMesse Gang

Die Jobbörse für Geflüchtete und Migranten, die am 25. Januar 2017 im Berliner Hotel Estrel zum zweiten Mal stattfand, war für uns eine tolle Möglichkeit, das herauszufinden. Organisiert vom Estrel Berlin stand die Messe unter der Schirmherrschaft des regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller. Wir waren als Bildungsunternehmen das erste Mal mit dabei und gespannt, was uns erwartet. So sind wir sehr offen und neugierig auf die Messe gegangen, um uns und unsere Bildungsangebote dort zu präsentieren und in direkten Austausch mit geflüchteten Menschen und Migranten zu treten. Wo gibt es Bedarf, was treibt die Menschen an, was erhoffen sie sich? Ist unser Ansatz richtig?
 
Unsere beiden Bildungsberaterinnen, Kerstin Radke und Marijana Ravlic, waren vor Ort. Ihr Eindruck: Die Jobbörse war sehr, sehr gut besucht, bzw. sogar richtig voll. Laut Messewebseite  waren alle Karten ausverkauft (die Teilnehmerzahl war begrenzt).  Die Besucher waren sehr durchmischt. Vom Schüler bis zum Akademiker war alles vertreten und die Bandbreite somit sehr groß. Der Großteil der Besucher verständigte sich auf Englisch. Das Hauptinteresse der Teilnehmer lag auf dem Bereich Jobs, gefolgt von konkreten Ausbildungsplätzen und schließlich auch an Weiterbildungen, wenn auch im Ranking weiter hinten.

Arbeiten oder erst einmal weiterbilden?

Daraus ergibt sich ein sehr interessantes Bild: Viele Geflüchtete und Migranten möchten so schnell wie möglich arbeiten, um Geld zu verdienen und somit auch unabhängiger zu werden. Nachzuvollziehen ist das in jedem Fall. Dennoch fehlen oftmals relevante Qualifikationen, um am Arbeitsmarkt eine passende Stelle zu finden. Eines der Hauptprobleme ist noch immer die Sprache. Die Verständigung in Englisch klappt in der Regel zwar recht gut, doch sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache in den meisten Stellen/Jobs absolut wichtig. Einerseits um sich mit den Kollegen zu verständigen, die oftmals, je nach Generation, eben nicht fit im Englischen sind. Oder weil ein Großteil der Kundenkommunikation auf Deutsch stattfindet.
Spezielle Fachkennisse z.B. Buchhaltungs- oder Computerkenntnisse oder spezielle Softwarekenntnisse wie SAP oder DOMUS, mit denen viele deutsche Unternehmen arbeiten, fehlen vielen Migranten und Flüchtlingen.
Großes Interesse bestand seitens der Besucher am Karrierecoaching, welches das IFM anbietet. Bis zu 20 Coachingstunden können mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, den Jobcenter oder Arbeitsagenturen ausstellen, wahrgenommen werden. Durch ein Coaching können Menschen, die unsicher sind, wo sie sich persönlich befinden, wohin sie wollen und was sie dafür benötigen, Klarheit erlangen, um eigene Entscheidungen für sich zu treffen. Erfahrene Coaches begleiten die Teilnehmer auf ihrem Weg, um sich über eigene Stärken, Schwächen und Ziele bewusst zu werden.

Weiterbildungsangebote des IFM mit erhöhtem Deutschanteil Messe Stand

Das IFM bietet zudem verschiedene Module an, die sich speziell an Migranten, Flüchtlinge und andere Menschen richten, die z.T. noch nicht so gute Deutschkenntnisse vorweisen können. Die Weiterbildungsangebote haben einen erhöhten Deutschanteil und ermöglichen es den Teilnehmern, quasi gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Einerseits die eigenen Deutschkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig Fachwissen und Know How zu erwerben und sich für den deutschen Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Zu diesen Angeboten zählen die Weiterbildung zum Bürospezialist/- in / Teilzeit mit Deutsch für den Beruf, Kaufmännische Grundlagen mit Deutsch für den Beruf sowie der Europäische Computerführerschein (ECDL) mit Deutsch für den Beruf.

Coachingausbildung für Menschen mit Arabischkenntnissen

Ein weiteres Angebot des IFM richtet sich speziell an Menschen mit arabischen Sprachkennissen. In der Weiterbildung zum Systemischen Coach für interkulturelles Coaching werden u.a. Methoden zur Traumabewältigung vermittelt. Ziel dieser Ausbildung ist es, Coaches auszubilden, die in der arabischen Sprache Coachings anbieten können. Das erfolgt unter Berücksichtigung der besonderen kulturellen und religiösen Bedürfnisse der Klienten. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Weiterbildung ist das Erlernen von Methoden und Fähigkeiten, um im Coaching Traumata zu erkennen, Blockaden zu lösen und Wege für den Umgang mit Problemen, schwierigen Situationen oder belastenden Umständen zu finden.

Wir haben viele interessante Gespräche geführt, aus denen auch wir noch viel lernen konnten. Die Besucher zeigten sich hochmotiviert und sehr interessiert.
Wir sind gespannt, ob wir einige der Besucher, die wir an unserem Stand beraten haben, als Teilnehmer in unserem Hause begrüßen dürfen und freuen uns auf weitere Messen, die sich verstärkt auch an diese Zielgruppe wenden. Von daher unser Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, die unseren Blickwinkel in jeder Hinsicht erweitert hat.



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