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Design Thinking – kreative Problemlösung mit Teamwork

Erstellt am 26.07.2024 von Patryk Czechowski in Kategorie(n): Business News

Gruppe arbeitet zusammen mit Gühbirne im Vordergrund

Eine praktische Methode, um neue Ideen zu entwickeln

Design Thinking ist eine zielgruppenorientierte Kreativitätsmethode, die im Team genutzt werden kann. Überall, wo neue Ideen oder Lösungen für ein komplexes Problem gesucht werden, kann der Design-Thinking-Prozess helfen.

In diesem Artikel geben wir einen praxisnahen Einstieg darin, wie mit Design Thinking Innovationen in Organisationen entwickelt werden.



Inhalte in diesem Artikel


Design Thinking – Definition

Symbol für Design Thinking zeigt eine Team mit einer GlühbirneDesign Thinking ist eine agile Methode, die einen Prozess zur Ideenfindung und Problemlösung beschreibt. Hinter dem Ansatz steht eine menschenzentrierte Denkhaltung nah an den Bedürfnissen von Nutzer:innen. Im Design Thinking können Organisationen ihre Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle mit Fokus auf ihre Zielgruppe weiterentwickeln.

Drei zentrale Merkmale gehören zum Design Thinking:

  1. Diverses Team: Ein Design-Thinking-Team ist interdisziplinär. Dazu nehmen wir Personen aus möglichst unterschiedlichen Fachbereichen mit verschiedenen Fähigkeiten und Verantwortlichkeiten im Unternehmen. Die Vielfalt der Perspektiven bringt das Team näher zur gesuchte Lösung für die Nutzer:innen – ganz nach dem Motto „vier Augen sehen mehr als zwei“.

  2. Prozess: Das Team folgt einem strukturierten Design-Thinking-Prozess, der aus mehreren Phasen besteht. Ein flexibles Element bringen „Iterationen“ (Wiederholungen) des Ablaufs. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

  3. Raum: Kreativität braucht Raum zur Entfaltung – im wörtlichen Sinne. Es sollten einer oder mehrere Räume vorbereitet werden, die Platz für Gruppenarbeit haben und mit Arbeitsmaterialien, wie Stiften, Moderationskarten, Flipcharts oder Whiteboards ausgestattet sind.

Der Design-Thinking-Prozess erklärt

Das Herz des Design Thinking ist der Prozess. Dieser ist nicht als fester Ablauf zu verstehen. Er gibt unserem Team eine Orientierung bei der Entwicklung der Idee oder Lösung. In der Lektüre zum Design Thinking werden vier bis sechs Phasen unterschieden. Wir finden fünf Schritte im Design-Thinking-Prozess zentral:

Die Phasen im Design Thinking in 5 Schritten erklärt


Einfühlen

Herz-SymbolDer Design-Thinking-Prozess beginnt mit dem Einfühlen darin, wer unsere Nutzer:innen – also je nach Ziel unsere Kund:innen, Bewerber:innen, Mitarbeitende etc. –  sind und was sie sich wünschen. Wie auch in der Gewaltfreien Kommunikation geht es um Empathie, also die Perspektive anderer so gut wie möglich einzunehmen.

Am besten klappt das im direkten Austausch mit unseren Nutzer:innen. Wenn wir das Onboarding in unserem Unternehmen verbessern möchten, befragen dazu die Neuzugänge im Team. Was hat ihnen beim Einarbeiten gefallen? Was störte sie?

Viele andere Methoden und Tools können in den Design-Thinking-Prozess integriert werden. In dieser Phase bieten sich folgende Instrumente an:

  • Befragungen und Interviews von Kund:innen
  • Recherchen und Marktforschungen
  • „Personas“ – Steckbriefe mit relevanten Daten fiktiver Personen, die unsere Zielgruppe repräsentieren (Beispiel)

 

Definieren

Zielscheibe-SymbolMit unseren Beobachtungen und gesammelten Daten bekommen wir Einblicke darin, was unsere Nutzer:innen brauchen. Was ist das Bedürfnis, das unsere Innovation erfüllen soll? Gibt es einen gemeinsamen Nenner bei den Meinungen unserer Nutzer:innen? Aus der Einfühl-Phase nehmen wir wichtige Informationen mit, um jetzt ein Problem und Ziel zu formulieren, auf das wir hin arbeiten möchten.

Ein nützliches Instrument in dieser Phase, ist die Formulierung einer Problemstellung. Diese sollte aus einem Satz bestehen, der beantwortet:

  • Wen betrifft das Problem?
  • Wann und wo tritt das Problem auf?
  • Was soll genau gelöst werden und was nicht?
  • Warum ist das Problem wichtig?

Ideen

Glühbirnen-IconWir haben die Problemstellung unserer Nutzer:innen erkannt. Jetzt geht es um pures Ideenmanagement. Wir sammeln so viele Ideen wie möglich. Am Ende können wir vielversprechende Lösungsvorschläge in die nächste Phase mitnehmen. Es bietet sich an, Spielregeln für die Ideensuche zu definieren, um der Kreativität absolute Freiheit zu geben:

  • verrückte Ideen sind erlaubt
  • es gibt keine schlechten Ideen
  • baue auf Ideen anderer auf
  • visualisiere deine Ideen

Die bekannteste Methode zur Ideensammlung ist Brainstorming. Eine Variante ist z. B. das ABC-Brainstorming. Dazu schreiben wir alle Buchstaben des Alphabets auf. Für jeden Buchstaben suchen wir eine Idee, die aus einem Wort oder einer Wortgruppe besteht.

Prototyp

Raketen-SymbolZwar heißt die Methode Design Thinking, aber unsere Visionen sollen auch in der echten Welt ankommen. In dieser Phase geht es darum, ein greifbares Produkt zu entwerfen. Wir möchten unseren Nutzer:innen etwas Haptisches in die Hände geben. Aus den bisherigen Erfahrungen im Design-Thinking-Prozess entwickeln wir einen oder mehrere Prototypen. Ein Prototyp ist ein Vorab-Exemplar unserer Innovation.

Das Ziel der Prototyp-Phase ist es herauszufinden, welche Aspekte unserer Ideen realistisch sind. Wir müssen keine finalen, perfekten Prototypen entwickeln. Stattdessen versuchen wir mit einfachen Mitteln etwas herzustellen, das unseren Nutzer:innen unsere Idee vorstellt.

In dieser Phase sind der Bastellaune keine Grenzen gesetzt. Nützliche Instrumente sind:

  • Skizzen und Entwürfe – auf Papier oder digital
  • Lego Serious Play – mit Legosteinen unsere Lösung nachstellen
  • Storyboards – ein Drehbuch mit skizzierten Bildern, die unsere Idee visualisieren.
  • Rollenspiele (Beispiel aus unserem Wissensbrunch Design Thinking )

Testen

Liste-SymbolJetzt kommen wir zu einer entscheidenden Phase im Design-Thinking-Prozess. In der Test-Phase zeigen wir unseren Prototypen einer ausgewählten Gruppe von Nutzer:innen. Wir werden hier herausfinden, welche Schwierigkeiten unser Prototyp bei der Anwendung hat. 

Nützliche Tools in der Test-Phase sind:

  • Beobachten – Nutzer:innen den Prototypen zuerst ohne Erklärung geben und beim Testen nicht eingreifen.
  • A/B-Tests – verschiedene Varianten unseres Prototyps bei unterschiedlichen Nutzer:innen ausprobieren.
  • Lautes Denken – Nutzer:innen bitten, ihre Gedanken beim Experimentieren ungefiltert zu erzählen.
  • Interviews und Feedback – die wichtigste Methode, um herauszufinden, was Nutzer:innen denken.

Iterationen – in Zyklen ans Ziel kommen

Das Besondere der Design-Thinking-Methode ist, dass der gesamte Prozess oder einzelne Phasen nach Belieben wiederholt werden können. Design Thinking ist iterativ. Eine Iteration ist die Wiederholung eines Prozesses. Jedoch keine 1:1-Wiederholung. Denn bei jedem erneuten Durchgang lernen wir Neues dazu. Hier zwei Szenarien:

1. Nach dem Testen unseres Prototypen gehen wir mit dem Feedback unserer Kund:innen wieder in die Einfühl-Phase. Was verstehen wir Neues über unsere Zielgruppe? Haben wir ein Bedürfnis überschätzt und ein anderes übersehen?

2. Oder beim Testen ist uns eine offensichtliche Fehlfunktion aufgefallen, die wir einfach beseitigen können. Also fangen wir den Design-Thinking-Prozess nicht von vorne an. Stattdessen gehen wir einen Schritt zurück in die Prototyp-Phase, passen unser Exemplar an und Testen es sofort wieder.

Iterationen erlauben einen wichtigen Aspekt, vor dem sich viele Unternehmen im Innovationsmanagement fürchten: Fehler zu machen. Design Thinking schafft Raum für Kreativität, weil Fehler nicht nur erlaubt, sondern gewünscht sind. Denn mit jedem Fehlschlag wird unser Ziel klarer.

Warum Design Thinking? Zusammenfassung

Design Thinking ist:

  • eine Innovationsmethode, um frische Ideen zu finden und komplexe Probleme zu lösen.
  • durchweg zielgruppenorientiert.
  • eine Kombination aus agilem Projektmanagement, Innovationsmanagement und Diversity Management.
  • eine Makro-Methode, die viele andere Methoden und Instrumente beinhalten kann.
  • ein Prozess, der in individuell anpassbaren Zyklen wiederholt wird.
  • ein Rahmenwerk, das interdisziplinäre Teamarbeit fördert.

Weiterbildung im Design Thinking – interaktiv und praxisnah

Teilnehmerinnen mit Denkhüten beim Wissensbrunch Design Thinking am 27.04.2017 beim IFMDesign Thinking ist eine Methode, die vom praktischen Einsatz lebt. An unserem Institut vermitteln wir das nötige Grundlagenwissen und üben gemeinsam mit Ihnen die Prozessschritte des Design Thinking. Unsere Trainer:innen besitzen praktische Erfahrungen in der Anwendung der Methode.

Nutzen Sie die Chance, sich individuell mit ausgewählten Expert:innen auszutauschen. Wir sind bundesweit für Sie da – in unseren Seminarzentren, online oder bei Ihnen vor Ort.

Seminar für Fach- und Führungskräfte

  • Design Thinking: Unser 2-tägiges Seminar richtet sich an an kreative Köpfe und solche, die es werden wollen. Wir gehen gemeinsam mit Ihnen in die Theorie und Praxis, damit Sie die Design-Thinking-Methode in Ihrem nächsten Innovationsprojekt sicher einsetzen können.

Weiterbildung mit Förderung der Agentur für Arbeit / dem Jobcenter



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