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Six Sigma: Eine Methode für (fast) fehlerfreie Prozesse

Erstellt am 28.08.2020 von Patryk Czechowski in Kategorie(n): Business News

Six-Sigma-Projektmanager bekämpft einen Fehler im Unternehmen

Die Null-Fehler-Philosophie von Six Sigma

Wie finden Unternehmen Fehler in ihren Prozessen? Six Sigma ist eine Methode für Qualitätsmanagement, die Prozesse mit einer Null-Fehler-Strategie optimiert. Dafür werden akribische Analysen eingesetzt, um Daten, Zahlen und Fakten zu ermitteln. Ein fehlerloses Unternehmen wird es auch mit dieser Methode nicht geben. Doch mit Six Sigma können Prozesse zu 99,99966 Prozent erfolgreich sein.

Six Sigma ist ein anspruchsvolles Konzept, das statistische Mittel einsetzt. Im Herzen kann die Methode jedoch auf fünf Buchstaben heruntergebrochen werden: DMAIC. Wir geben einen Einstieg in Six Sigma für alle Menschen und Unternehmen, die die Qualität ihrer Prozesse und Produkte in Richtung Perfektion verbessern möchten.

Grundlagen in Six Sigma

Six Sigma (6σ) ist eine höchst strukturierte, daten- und faktenorientierte Methode zur Prozessverbesserung. Der Ansatz wurde in den 80ern bei Motorola entwickelt und später von General Electric weiterentwickelt, um schnelle Prozesse mit geringen Fehlern zu ermöglichen. Heute wird Six Sigma nicht nur in Industrieunternehmen, sondern auch in der Dienstleistungsbranche eingesetzt.

Fehler in Prozessen können nie zu 100 % beseitigt werden. Der Einsatz statistischer Instrumente in Six Sigma macht es jedoch möglich, die Fehlerquote im Prozessablauf auf nur 3,4 Fehler pro Million Fehlermöglichkeiten zu reduzieren.

Six Sigma wird als Projekt mit dem Ziel realisiert, einen bestehenden Prozess bis ins Detail zu analysieren und zu optimieren. Heute ist das Konzept branchenweit zu einem namhaften Standard für das Qualitätsmanagement geworden, in dem sich Unternehmen zertifizieren lassen. Six Sigma ist ein Gütesiegel und steht für Qualität.

Der DMAIC-Zyklus – Das Herz von Six Sigma

Der DMAIC-Zyklus in Six Sigma zeigt, in welchen Phasen Prozesse optimiert werden

Der Einstieg in Six Sigma beginnt beim DMAIC-Zyklus. Die Six-Sigma-Methode verläuft in den fünf Phasen Define, Measure, Analyse, Improve und Control. DMAIC gibt Six Sigma eine klare Systematik, die zu befolgen ist. Mit der Methodologie können vorhandene Prozesse das hohe Six-Sigma-Leistungsniveau erreichen.

D – Define

Die Definitionsphase im DMAIC-Zyklus beschreibt das vorliegende Problem, wünschenswerte Ziele und Projektparameter für das Verbesserungsprojekt. Welcher Prozess ist fehlerhaft? Wer sind die Kunden und welche Kundenbedürfnisse haben sie? Welche Projekt- und Unternehmensziele müssen gesetzt, um die Kundenerwartungen zu erfüllen? Mit diesen Definitionen kann ein Arbeitsplan für die Prozessoptimierung festgelegt werden.

Werkzeuge: Paretodiagramm, CTS-Tree, SIPOC-Modell und Cost of Poor Quality (COPQ)

M – Measure

Bei Six Sigma dreht sich alles um Zahlen. Im nächsten Schritt wird deshalb die Leistung des Prozesses gemessen. Das Ziel ist es, so viele Daten wie möglich für eine genaue Bewertung des Prozesses zu erheben. Dafür wird der Prozess in der Organisation in seine Bestandteile zerlegt. Hier kommen verschiedene Methoden und Instrumente zum Einsatz, um die Datensammlung zu visualisieren. Die Mängel am verbesserungsfähigen Prozess werden anhand der Daten sichtbar.

Werkzeuge: Datenerfassungsplan POV, Messsystemtauglichkeit POV, Kanban, Histogramme, Qualitätsregelkarten, Ishikawa, Abc-Analyse, Ursache-Wirkungs-Matrix, Zeitablaufdiagramme, FMEA

A – Analyse

In der Analysephase werden die erhobenen Daten der Messphase mit den gesetzten Zielen der Definitionsphase verglichen. Auf diese Weise ist eine detaillierte Ursachenforschung möglich, die Gründe für Probleme am Prozess verdeutlicht. Auch hier werden statistische und grafische Werkzeuge eingesetzt. Der Einsatz eines Kanban-Boards kann z. B. helfen, Engpässe im Prozessablauf zu verdeutlichen. Ein „Stau“ im Workflow kann viele negative Konsequenzen haben: die Produktion gerät ins Stocken, Lieferungen werden verzögert, Kunden sind unzufrieden und am Prozess beteiligte Mitarbeiter können sich auf Dauer überarbeiten. Die in der Analysephase gewonnenen Erkenntnisse können auch genutzt werden, um die Ziele des Verbesserugsprojektes aus der Definitionsphase wieder anzupassen.

Werkzeuge: Datenerfassungsplan PIV, Messsystemtauglichkeit PIV, Boxplot, Flussdiagramm, Streudiagramm, Hypothesentests

I – Improve

Die Verbesserungsphase im Six-Sigma-Projekt kann nun für die aufgedeckten Probleme passende Lösungen finden, auswählen und implementieren. Dabei wird es oft mehrere Lösungsansätze geben, die miteinander abgewogen werden müssen. Kreativitätstechniken vereinfachen die Lösungsfindung. Beim Design Thinking kann das Six-Sigma-Projektteam z. B. die verschiedenen Lösungen mit Prototypen durchspielen, um sich in jede Option aus Kundensicht hineinzuversetzen. So kann der beste Weg für den Kunden gefunden werden.

Werkzeuge: Brainstorming, Konsens, Kreativitätstechniken, Design of Experiments (DOE), Priorietätenmatrix, Gantt-Diagramm, Prototyping, SPC, FMEA

C – Control

Im letzten Schritt des DMAIC-Zyklus kann die gefundene Verbesserung umgesetzt und standardisiert werden. „Control“ bedeutet, dass die Prozessverankerung kontinuierlich überwacht und dokumentiert werden muss. Was sind die Lessons Learned? Gibt es unerwartete Folgen, die zu neuen Probleme führen? Das Ziel ist es, wichtige Kennzahlen über den Projekterfolg oder -misserfolg zu gewinnen – eine Aufgabe für das Controlling.

Werkzeuge: 5S-Methode, Poka Yoke (Error Proofing)

Aufgaben und Rollen der Six Sigma Belts

Die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten in Six Sigma werden in Gürtel unterteilt, wie man sie aus dem Kampfsport kennt:

  • Executives: Top Management. Verantwortlich für Geschäftsergebnisse.
  • Champions: Mittleres Management. Verantwortlich für Prozessergebnisse.
  • Master Black Belt: Verantwortlich für die Six-Sigma-Initiative. Trainiert und coacht Green Belts und Black Belts.
  • Black Belt (Experten): Projektleiter von großen Six-Sigma-Projekten und Spezialist in Six-Sigma-Methoden.
  • Green Belt (Fortgeschritten): Projektmanager oder Projektleiter in kleineren Verbesserungsprojekten.
  • White Belt / Yellow Belt (Grundlagen): Basiswissen. Arbeitet als Unterstützung in Problemlösungsteams.

Lean Six Sigma – Kombination von zwei Methoden

Der DMAIC-Zyklus verdeutlicht eine Stärke von Six Sigma: Die Möglichkeit, andere Methoden problemlos zu integrieren. Lean Six Sigma ist eine besonders erfolgreiche Kombination von Lean Management und Six Sigma. Beide Ansätze ergänzen sich gegenseitig:

  • Lean Management: Der Ansatz optimiert Prozesse, indem Verschwendungen aus Kunden- und Unternehmenssicht minimiert werden. Wo führt Überproduktion zu unnötigen Lagerungen? Wo entstehen Wartezeiten für Kunden? Welche Prozessabläufe können verkürzt werden? Im Lean Management sind dies Beispiele für vergeudete Ressourcen und Kosten, die dem Kunden keine Vorteile bringen. Das Ziel sind schlanke Prozesse, die zu guten Ergebnissen führen.

  • Six Sigma: Der systematische Ablauf einer Prozessverbesserung und Fehlersuche im DMAIC-Zyklus.

  • Lean Six Sigma: Es gibt viele Möglichkeiten, Six Sigma und Lean Management zu verknüpfen (auch bekannt als Lean Sigma oder Six Sigma + Lean). Ein Beispiel für Lean Six Sigma wäre, den DMAIC-Zyklus in Hinblick auf die sieben Verschwendwungsarten im Lean Management zu durchlaufen. Insgesamt bietet Lean Management noch mehr Tools, um den Six-Sigma-Prozess in Richtung Kunden zu leiten.

Lean Management und Six Sigma passen aus vielen Gründen hervorragend zusammen. Beide Ansätze sind kundenorientiert, prozessorientiert (nah am Prozessmanagement) und qualitäts- und verbesserungsorientiert (nah am Qualitätsmanagement).

Das Hauptargument für Lean Six Sigma ist die hohe Erfolgsquote für Projekte. In anderen Worten: Mit Lean Six Sigma kann das Beste aus den Prozessen herausgeholt werden. In der praktischen Anwendung in Unternehmen ist damit jedoch sehr viel Know-how verbunden.

Six Sigma für die Praxis lernen

Mitarbeiter blicken auf verschiedene Prozesse im Unternehmen mit einer riesigen LupeSix Sigma hat seine Ursprünge in der Produktion, kann jedoch prinzipiell in jedem Unternehmensbereich und jeder Branche eingesetzt werden. Die Methode verbindet Kenntnisse aus dem Prozessmanagement, Qualitätsmanagement und Projektmanagement – drei Funktionsbereiche, die Branchengrenzen überwinden. Es kommt eine Vielzahl von Methoden und Instrumenten zum Einsatz, die das Six-Sigma-Projektteam kennen muss. Für die Einführung von Six Sigma ist die Einbindung der Unternehmensführung unentbehrlich.

Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Experten zusammen, die Menschen und Unternehmen bei der Einführung von Six Sigma unterstützen, begleiten und schulen. Wir haben uns dabei auf die Ausbildung im Six Sigma Yellow Belt und Green Belt spezialisiert. Auf diese Weise können Sie anwendungsorientiert die praktischen Grundlagen und den Einsatz der Methode als Mitglied eines Six-Sigma-Projektes lernen und eigene kleine Verbesserungsprojekte leiten.

Seminar für Unternehmen – bundesweit (2 Tage)

  • Six Sigma – Yellow Belt: Ein kompakter und praxisnaher Einstieg in Six Sigma für Fach- und Führungskräfte aus allen Geschäftsbereichen. Wir setzen auf Experten, die Ihnen fachlich und didaktisch optimiertes Wissen im Yellow Belt vermitteln.

 

Geförderte Weiterbildung für Privatpersonen – Berlin und Potsdam (1 Monat)

  • Lean Management und Six Sigma Green Belt / TÜV: Wir bilden Sie in einem Monat professionell zum Six Sigma Green Belt mit abschließender TÜV-Prüfung und IFM-Zertifikat weiter – eine passende Zusatzqualifikation für Menschen, die sich im Qualitäts-, Prozess- und Projektmanagement weiterentwickeln möchten.


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