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OKR-Methode: Ziele richtig setzen und erreichen

Erstellt am 31.05.2022 von Patryk Czechowski in Kategorie(n): Business News

Zwei Mitarbeitende legen den Weg ins Ziel fest

Ziele managen wie Google & Co.

Was bei Google funktioniert, muss noch lange nicht in jedem kleinen und mittelständischen Unternehmen klappen. Aber es gibt Methoden, die durch ihre Einfachheit und Wirksamkeit überzeugen. So eine Methode ist „Objectives and Key Results“ oder kurz „OKR“. Das Prinzip ist simpel: es geht darum, Ziele in messbare Zahlen einzuteilen. OKRs werden heute in vielen großen Unternehmen eingesetzt: Google, Spotify, LinkedIn, Airbnb oder der ING. Wir zeigen, warum sich der Einsatz von OKRs für Unternehmen jeder Größe lohnt.

Am Ende des Artikels gibt es die Zusammenfassung als Infografik.

Definition – Was ist OKR? (Objectives and Key Results)

OKR ist eine agile Managementmethode, um Ziele geschickt zu strukturieren. OKR steht für „Objectives and Key Results“ (Ziele und Kernergebnisse). Objectives sind ambitionierte Ziele, die als inspirierende und bildhafte Aussagen formuliert werden. Üblich ist es, sich drei bis fünf Objectives zu setzen, die aus jeweils drei bis fünf Key Results bestehen. Key Results sind messbare Kern- oder Schlüsselergebnisse, die den Fortschritt zum Ziel messbar machen.

Die OKR-Methode kennzeichnet sich dadurch aus, dass Ziele vom Management, von Teams und Mitarbeitenden festgelegt werden. So arbeiten alle Ebenen am selben OKR-Strang zusammen, der zum Teil der Unternehmenskultur wird.

Hier sind einige Eigenschaften von Objectives und Key Results auf einen Blick:

Objectives and Key Results in der OKR-Methode mit ihren wichtigsten Eigenschaften erklärt

 

Der US-amerikanische Manager John Doerr führte die OKR-Methode 1999 bei Google ein. Damit wurde er zu einem wichtigen Wegbereiter des Ansatzes, der immer mehr an Popularität gewann. Heute ist OKR ein etabliertes Framework im Management, zu dem zahlreiche Publikationen und Angebote von Beratern und Agile Coaches zu finden sind. Laut Doerr kann der Ansatz jedoch in einer einfachen OKR-Formel zusammengefasst werden:

Wir werden [Objective] gemessen an [Gruppe an Key Results].

Beispiel für OKRs

OKRs haben also einen klaren Aufbau. Schauen wir uns an, wie die OKRs eines Mitarbeiters im Marketing, z. B. eines Content Creators,  für ein Quartal aussehen könnten:

Objective 1: Neue Besucher über unseren monatlichen Newsletter anlocken.

Key Results:

  1. Einen Content-Plan für die nächsten 3 Monate erstellen.
  2. 200 Anmeldungen für unseren Newsletter erhalten.
  3. Die Öffnungsrate des Newsletters auf über 25 % bringen.
  4. Die Klickrate auf über 10 % bringen.

 

Objektive 2: Unsere Kunden wirklich verstehen lernen.

Key Results:

  1. Einen Kundenfragebogen mit 10 Fragen entwickeln.
  2. Kundenfragebogen per E-Mail an 1000 Kunden verschicken. 
  3. 100 Feedbacks von Kunden erhalten.
  4. Aus den Feedbacks einen Handlungsplan für das nächste Quartal entwickeln.

 

Objektive 3: Unsere Besucher stärker an unsere Website binden.

Key Results:

  1. Die Absprungrate auf unserer Website von 80 % auf 60 % reduzieren.
  2. Die durchschnittliche Zeit des Besuchers auf unserer Website auf über 1 Minute steigern.
  3. 10 A/B-Tests auf unserer wichtigsten Landingpage durchführen.

Unser Content Creator hat hier drei Objectives mit jeweils drei oder vier Key Results formuliert. Die Objectives sind begeisternd, aber klar und verständlich. Alle Key Results beinhalten eine Zahl. Damit ist sichergestellt, dass sie messbar sind. Mit den OKRs hat der Mitarbeiter einen klaren Plan für das nächste Quartal.

Zielmanagement für alle

Der Zauber der OKR-Methode liegt darin, dass sie alle Ebenen einer Organisation betrifft. OKRs können von der Führungsebene über Teams in Abteilungen bis zu den einzelnen Mitarbeitenden geplant werden. Ca. 40 Prozent der Ziele sollten dabei vom Management (top-down) und ca. 60 % von Teams und Mitarbeitenden (bottom-up) kommen. Dabei ist jede OKR auch von anderen einsehbar. Auch die kleinsten Ziele hängen so mit den größten Zielen im Unternehmen zusammen. Jeder Mitarbeiter bekommt Klarheit über seine eigenen Ziele und die Chance, am Zielmanagement des gesamten Unternehmens mitzuwirken.

Das Ergebnis kann man sich so vorstellen:

Aufbau der OKRs in einem Unternehmen: Management, Teams und Mitarbeitende

Wir haben die OKRs für unser Unternehmen erstellt. Doch wie geht es weiter?

Der OKR-Zyklus

OKRs werden für ein Quartal und nicht wie bei anderen Methoden für ein gesamtes Jahr festgelegt. Die Ziele folgen also einem Drei-Monats-Rhythmus, der wiederholt wird. Wie bei vielen anderen agile Methoden, wird so ein kontinuierlicher Lernprozess sichergestellt. Daraus ergibt sich ein Zyklus, der aus verschiedenen Phasen besteht:

  1. Planung: Zu Beginn des OKR-Zyklus legt die Führungsebene ihre Unternehmensziele für die nächsten drei Monate fest. Sie richtet sich dabei an die Vision, Mission und Strategie des Unternehmens. Erst dann formulieren Teams und Mitarbeitende ihre eigenen OKRs, angelehnt an die Unternehmensziele. Natürlich kann sich auch nur ein Team oder nur eine Einzelperson OKRs setzen.

  2. Umsetzung: In dieser Phase werden konkrete Maßnahmen („Initiatives”) umgesetzt, um die Objectives und Key Results zu erreichen. Dabei spielen wöchentliche Meetings, sogenannte „Weekly OKRs”, eine wichtige Rolle. Wie kommen wir mit dem Erreichen der Ziele voran? Gibt es Fragen zu klären? Welche Hindernisse stehen uns im Weg? Weekly OKRs sollten ca. 15 Minuten lang sein.

  3. Review: In der Phase der „OKR Review” werden alle im Unternehmen gesetzten Ziele ausgewertet. Dafür bietet es sich an, jedem Key Result eine Note, z. B. von 1 bis 100 Prozent, zu geben. OKR-Experten empfehlen dabei eine Erfolgsquote von 60 bis 70 Prozent.

  4. Retrospektive: Die „OKR-Retrospektive” dient der Reflexion mit Blick auf den nächsten OKR-Zyklus. Welche Treiber und Hindernisse sind bei der Planung und Umsetzung der OKRs aufgekommen? Welche Fehler sind passiert und was haben wir dazu gelernt? Die OKR-Methode folgt dabei einem Mindset der kontinuierlichen Verbesserung, die aus vielen Managementbereichen, wie dem Qualitätsmanagement oder dem Lean Management, bekannt ist.

Nach der Retrospektive beginnt die Planung der OKRs für das nächste Quartal. Deshalb sprechen wir von einem Zyklus.

Was sind die Stärken von OKRs?

  • OKRs schaffen Transparenz und Klarheit im Unternehmen. Im gesamten OKR-Prozess sehen alle Teammitglieder, was im Unternehmen passiert.
  • Die Messbarkeit der Key Results gibt den Zielen ein echtes Gewicht. Das macht die OKR-Methode zu einem wirksamen Tool, um Strategien auch wirklich umzusetzen.
  • Kommunikation steht ganz weit oben. Regelmäßige Absprachen sorgen dafür, dass jeder mit eingebunden wird.
  • OKRs stärken die Mitarbeiterbindung, weil Mitarbeiter ihre eigenen Ziele setzen können.
  • OKRs eignen sich hervorragend dazu, mit anderen Methoden kombiniert zu werden.
  • Die OKR-Methode kann prinzipiell überall eingesetzt werden: egal ob im Projektmanagement, Prozessmanagement, Personalmanagement usw.

Vergleich mit anderen Methoden

Ziele setzen und Leistung messen – kommt uns das nicht bekannt vor? Es gibt viele Schnittpunkte zwischen OKRs und anderen Methoden oder Frameworks.

  • Management by Objectives: OKRs sind eine direkte Weiterentwicklung dieser Methode, bei der Vorgesetze und Mitarbeiter gemeinsam Ziel vereinbaren. Im Gegensatz zur OKR-Methode werden jedoch hier die Maßnahmen zum Erreichen des Ziels vorher nicht definiert. Das gibt Mitarbeitern mehr Freiraum, aber auch weniger Orientierung für ihr Zielmanagement als mit OKRs.

  • SMART-Methode: Die Abkürzung „SMART” steht für Specific Measurable Achievable Reasonable Time Bound. Die Gemeinsamkeiten zur OKR-Methode werden schnell deutlich. Denn Key Results können als SMART-Ziele bezeichnet werden. Auch sie sind spezifisch, messbar, erreichbar, vernünftig und zeitgebunden. Aber hier enden auch die Schnittpunkte. Denn der andere Teile der OKR-Methode, nämlich die Objectives, sind so ziemlich das Gegenteil von SMART. Denn Objectives sind qualitativ und nicht quantitativ.

  • Balanced Scorecard (BSC): Eine Balanced Scorecard ist eine Art Landkarte, bei der eine Strategie, Mission oder Vision aus vier Perspektiven mit verschiedenen Kennzahlen betrachtet wird. Ein Beispiel ist die Kundenperspektive, in der die Anzahl der Käufe, Kundenbewertungen oder Konversionsraten analysiert werden. Eine Balanced Scorecard unterstützt jedoch nur dabei, Ziele zu realisieren. OKRs greifen einen Schritt früher und helfen, die richtigen Ziele überhaupt erst zu entwickeln. OKRs und die BSC haben jedoch beide eine visuelle Komponente und können miteinander kombiniert werden.

  • Change Management: Die Einführung von OKRs im Unternehmen ist eine Form von Change Management. Change Management bedeutet, Prozesse, Strukturen und Haltungen von Menschen an ein Veränderungsziel anzupassen. Wer OKRs einsetzt, tut genau das. Das Resultat: der Einsatz von OKRs wird langfristig die Kultur im Unternehmen verändern.

Neue Wege für die eigenen Ziele entdecken – in unseren praxisnahen OKR-Seminaren

Unternehmerin mit Aktentasche und Rakete auf dem Rücken ist bereit für die ZukunftAls Bildungsunternehmen kennen wir die Herausforderung in Unternehmen, die richtigen Ziele zu setzen. Fach- und Führungskräfte suchen immer nach neuen kreativen Wegen, ihre Aufgaben zu erledigen. Der Blick ins Silicon Valley ist dabei ganz normal. OKRs sind ein relativ einfach zu erlernendes aber wirkungsvolles Mittel, das eigene Zielmanagement zu verbessern. Beim ersten Einsatz von OKRs begegnet man dabei oft denselben Stolpersteinen. Eine Frage, die häufig aufkommt, ist: Habe ich meine OKRs richtig formuliert? Genau das können Experten mit Praxiserfahrungen beantworten. Dafür haben wir lebendige Seminare entwickelt, in denen kluge Köpfe anderen neugierigen Köpfen Wissen vermitteln.

Seminar für Firmen

  • OKR-Methode – die richtigen Ziele setzen: An zwei praxisnahen Tagen lernen Sie, Ziele im Sinne der OKR-Methode zu entwickeln, zu messen und umzusetzen. Unsere Experten vermitteln Ihnen, wie Sie den Fokus das Wesentliche legen. Unser Seminar bietet sich für Fach- und Führungskräfte aus allen Branchen an.

Weiterbildungen für Privatpersonen

  • Managementkompetenzen inkl. Change Management: In dieser einmonatigen geförderten Weiterbildung vermitteln wir Ihnen das Grundlagenwissen, um moderne Methoden wie OKR einzusetzen. Wir legen einen besonderen Fokus auf Know-how im Change Management, das für jedes Unternehmen heute zählt.

Infografik: Was ist die OKR-Methode?

Für den Fleiß ein Preis. Das Wichtigste zur OKR-Methode gibt es hier „zum Mitnehmen“ als Zusammenfassung in unserer Infografik.

Infografik zur Methode Objectives and Key Results 



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