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Digitalisierung bringt Bewegung – Wie managt man das?

Erstellt am 09.07.2019 von Patryk Czechowski in Kategorie(n): Business News

Unternehmer balanciert eine, Pfeil, der nach oben zeigt, entlang

Digitalisierung bedeutet Wandel – und zwar nicht als Projekt, sondern als „Dauerveranstaltung“. Veränderung gehört jedoch zu den größten persönlichen und unternehmerischen Herausforderungen. Wie schaffen es Unternehmen, den digitalen Wandel zu managen? Welche digitalen Kompetenzen, Strategien und Lösungen haben andere Unternehmen für sich gefunden?

Im IFM-Wissensbrunch laden wir als Weiterbildungsanbieter regelmäßig Kunden und Interessenten zum lockeren Brunch ein, bei dem ausgewählte Experten eine Einführung zu einem aktuellen Business-Trend geben. Dieses Mal ging es um „Digitalisierung bringt Bewegung – Wie managt man das?“. Hier ist ein Einblick in die Erfahrungen unserer Teilnehmer.

Unsere Expertin rund um die Digitalisierung

Diplom-Informatikerin Birgit Schönborn als IT-ExpertinBirgit Schönborn studierte Informatik an der TU Berlin und ist seit ihrer Studienzeit als Unternehmerin tätig. Die Diplom-Informatikerin gründete 1994 ein IT-Systemhaus, das sie 17 Jahre führte. 1999 folgte die Gründung eines Unternehmens im kommunalen Umfeld, das sie 18 Jahre begleitete. Mit der beginit® Strategie- und Innovationsberatung richtet die zertifizierte Innovationsmanagerin und Demographieexpertin seit 2012 den Fokus konsequent auf die Strategie- und Innovationsberatung in der digitalen Transformation.

Die digitale Reife von Unternehmen voranzubringen, ist ein besonderes Anliegen für Birgit Schönborn. Mit Sicherheit haben die einen oder anderen Wissensbrunch-Teilnehmer einen nächsten Schritt in Richtung digitaler Reifer getan – auch wir konnten einiges für unsere eigene Digitalstrategie mitnehmen. Vielen Dank an Birgit Schönborn für einen Wissensbrunch mit viel Praxis-Know-how und viel zu schmunzeln.

Aus welchen Branchen und Unternehmensbereichen kamen die Wissensbrunch-Besucher?

Unser Wissensbrunch ist in den letzten Jahren immer weiter gewachsen. Trotz der steigenden Nachfrage halten wir die Teilnehmer-Zahl bewusst überschaubar, um angenehme Bedingungen für die Verständigung in der Gruppe sicherzustellen. Auffallend im kleinen, aber feinen Wissensbrunch waren mehrere Vertreter aus der Baubranche und aus dem gemeinnützigen Bereich. Darüber hinaus kamen die Wissensbrunch-Besucher aus:

BranchenUnternehmensbereiche


Die Liste verdeutlicht, was auch im Vortrag von Birgit Schönborn thematisiert wurde: Digitalisierung geht alle an.

Vor diesen Herausforderungen und Ängsten stehen Unternehmen bei der Digitalisierung

Der Wissensbrunch begann mit der Frage an die Gruppe, vor welchen „digitalen Hürden“ die Teilnehmer und ihre Unternehmen zurzeit stehen. Die Antworten stehen stellvertretend für die Situation, in denen sich viele Unternehmen in Deutschland aktuell befinden.

Die meist genannten Punkte beim Wissensbrunch waren:

  1. Umgang mit der Angst vor Veränderung im Unternehmen
  2. Fehlendes IT-Know-how
  3. Datenorganisation
  4. Datenschutz

Die Ergebnisse zeigen zwei Problembereiche. Auf der einen Seite geht es um technologische Veränderungen, die bewältigt werden müssen. Auf der anderen Seite geht es um die menschliche oder psychologische Komponente, tiefgreifende organisatorische Veränderungen durch die Digitalisierung bei den Menschen im Unternehmen zu erklären, aber auch zu legitimieren. Der zweite Aspekt war ein großes Diskussionsthema beim Wissensbruch. Es geht um Akzeptanz und Überzeugung für die Digitalisierung, um die Vorteile der digitalen Ära wirklich freisetzen und nutzen zu können. Erst dann kann Digitalisierung funktionieren.

Was bedeutet eigentlich Digitalisierung…

Überall wird von Digitalisierung gesprochen, doch was meinen wir damit? Die Antworten drehen sich alle um ähnliche Aspekte, zeigen jedoch auch die vielen Dimensionen der Digitalisierung. Was ist Digitalisierung…

…für die Wissensbrunch-Teilnehmer?

 

  • Innovation
  • Eine Phase gesellschaftlicher und technologischer Entwicklung
  • Analoge Prozesse und Formate in digitale umwandeln
  • Austausch und Speichern von Information in nicht-physischer Form
  • Ein Instrument zur Optimierung von Prozessen
  • Automatisierung, Verschlankung und Prozessoptimierung
  • Zeitersparnis, Platzersparnis und schneller Zugriff auf Information
  • Daten erfassen und abrufbar sortieren und speichern
  • Verbindung, Vernetzung und Umsetzung

Definition Digitalisierung: Digitalisierung ist der andauernde Wandel in der Gesellschaft und Arbeitswelt, der durch digitale Technologien bewegt wird. Im Zentrum der Veränderungen stehen die Wünsche von Kunden. Die Vision von Unternehmen in der Digitalisierung ist es, Menschen, Methoden und Technologien so zu organisieren, dass sie Kunden so nah wie möglich sein können.

Wie schaffen wir es, den digitalen Wandel zu managen – und zwar dauerhaft und nachhaltig?

70 % aller Veränderungsinitiativen in Unternehmen scheitern. Wie können wir das besser machen?

1. Der Manager, der den Wandel lebt

Business-Mann im hippen Anzug rennt die Treppe hochDas Thema Management ist stetig im Wandel. Mitarbeiterführung rückt als Führungsaufgabe immer stärker in den Fokus und aus Führungskompetenzen werden zunehmend digitale Kompetenzen. Manager sind der Kopf des Unternehmens. Es liegt an ihnen, eine Vision für das Unternehmen zu haben, neue Impulse zu setzen und Mitarbeiter auf neue Wege mitzunehmen.

Digital Leadership – also das erfolgreiche Führen in digitalen Zeiten – beginnt bei einer entscheidenden Kompetenz: der eigenen Offenheit als Führungskraft gegenüber Neuerungen. Offenheit ist die Grundlage, um nahezu alle digitalen Herausforderungen anzugehen. Die Welt wird digitaler, neuer, technologischer, schneller und komplexer – was kann eine Führungskraft hier tun? Sie kann offen bleiben. Offen für Veränderungen, die gerade passieren, die sie vielleicht noch nicht versteht und die noch nicht einmal da sind.

Offenheit ist nichts anderes als körperliche und mentale Beweglichkeit. In Zeiten, in denen sich vieles schnell ändert, kann es nur helfen, beweglich zu sein. Egal ob ein Unternehmen am Einstieg in die Digitalisierung arbeitet oder sich mitten in dieser befindet. Wer beweglich ist, kann sich selbst leichter anpassen und weiterentwickeln. Denn genau das fordert die Digitalisierung von uns. Wer diese Offenheit verinnerlicht, kann zu einem Manager werden, der nicht nur im Wandel lebt, sondern den Wandel lebt.

 

2. Der digitale Dirigent

Führungskräfte sind heute nicht auf sich alleine gestellt. Ein Chief Digital Officer ist ein verantwortlicher Digitalisierungsmanager im Unternehmen, der sich ganz dem Thema Digitalisierung widmet. Welche Kompetenzen muss so ein Digitalisierungsmanager mitbringen? Der CDO überzeugt mit den richtigen Soft Skills. Laut Umfragen schätzen Mitarbeiter heute vor allem Kompetenzen, wie Ehrlichkeit, Sensibilität und Überzeugungskraft bei Entscheidern. Controller-Mentalität, Fachwissen und Organisationstalent sind verhältnismäßig weniger wichtig. Vielmehr geht es um die passende Persönlichkeit, um das Unternehmen in Richtung Digitalisierung zu koordinieren und dirigieren.

Der Hauptgrund für das Scheitern von Change-Prozessen ist schlechte Kommunikation. Einen CDO kann man sich als „Kümmerer“ vorstellen, der durch das Unternehmen geht und das direkte Gespräch mit Mitarbeitern und Führungskräften sucht. Mit seinem engagierten und partizipativen Stil macht er Potenziale und Unsicherheiten im Unternehmen ausfindig, um die besten Bedingungen für Digitalisierungsprozesse zu schaffen. Ein CDO kann eine externe oder interne Fach- oder Führungskraft sein, die als Digitalisierungsmanager eingesetzt wird.

 

3. Reif für die Digitalisierung?

Der Begriff digitale Reife beschreibt, dass die richtigen organisatorischen Bedingungen in einem Unternehmen gegeben sind, um die Anforderungen der digitalen Umwelt zu meistern. Die Digitalisierung hat spezifische Merkmale, die angegangen werden müssen. Innovationen werden immer schneller entwickelt, Datenstrukturen werden komplexer und Aufgaben in Unternehmen ändern sich. Der digitale Reifegrad beschreibt, wie gut ein Unternehmen auf diese Gegebenheiten vorbereitet ist.

„Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess,“
Thorsten Dirks, ehemal. CEO von Telefónica

Digitale Reife geht über das Digitalisieren von alten, analogen Prozessen hinaus. Vielmehr müssen die Rahmenbedingungen in Unternehmen verändert werden. Erst dann kann Digitalisierung Mehrwert schaffen. So kann zum Beispiel ein Umfeld und Arbeitsklima geschaffen werden, in dem Mitarbeiter die Chance bekommen, zu experimentieren und neuen Ideen und Produkte entstehen zu lassen. Digitale Reife wird sichtbar in einem neuen Verständnis von Wertschöpfung: Nachhaltiges Zusammenwirken von Kunden, Unternehmen und dessen Partnern. Es geht also darum, wie gut sich Menschen im digitalen Kontext beweisen.

 

3. Aufräumen angesagt

Unternehmer schiebt Dokument in den Aktenvernichter

Die Menge an Daten ist in den letzten 30 Jahren in gewachsenen Strukturen aufbewahrt worden – in „Silos“. Jetzt brauchen wir eine konsistente Datenbasis, die Daten jederzeit abrufbar, fehlerfrei und sicher zur Verfügung stellt. Genau an der Datenorganisation scheitern viele Unternehmen heute. Fehlende Datenmüllberge sind die große Vorteile junger Start-ups. Digitaler Wandel bedeutet auch, Prozesse hinter sich zu lassen, wenn dies erforderlich ist. Mit der Datenorganisation ist es wie mit einem Umzug. Manchmal ist es schwer, sich von alten, gewohnten Dingen zu trennen. Sie geben uns ein Gefühl der Sicherheit und Notwendigkeit. Vielleicht brauch man Sie ja noch? Entmüllen ist jedoch nicht nur Verlust, sondern bedeutet Entschlankung und Raum für Neues. Genau das ist eines der Chancen und Ziele der Digitalisierung.

Methoden für die Digitalisierung – zwei Beispiele

Design Thinking

Beispiel des Ablaufs im Design Thinking mit Einfühlen, Definieren, Ideen finden, Prototyping, Testen und Wiederholung der Phasen

Design Thinking besteht aus zwei Aspekten: 1. Es wird ein abteilungsübergreifendes Team aus unterschiedlichen Köpfen zusammengestellt, die gemeinsam den Design-Thinking-Prozess durchlaufen. Je unterschiedlicher die Erfahrungen und Kompetenzen der interdisziplinären Ideen-Schmiede, desto besser. 2. Folgt die Gruppe einem Prozess, der an die Arbeit von Designern angelehnt ist: Einfühlen in die Kundenwünsche – Definieren der Anforderungen – Ideen entwickeln – Modell erstellen – Testen. Dieser Ablauf ist jedoch nicht streng festgelegt. Design Thinking ist eine agile Methode, in der einzelne Phasen auch übersprungen werden können und der Gesamtprozess mehrmals wiederholt wird. Das Ziel ist es, ein Produkt zu entwickeln, das so nah wie möglich an die Kundenbedürfnisse heran kommt. In unserem Wissensbrunch Design Thinking haben wir das Konzept mit unseren Kunden ausprobiert. Design Thinking kann Unternehmen helfen, den eigenen Horizont zu erweitern – und das im Vergleich zu anderen Methoden ohne viel Aufwand.

Scrum

Darstellung des Scrum mit einem Sprint (Schleife)

Ein weiteres viel diskutiertes Tool, das im angloamerikanischen Raum bereits fest etabliert ist, ist Scrum. Scrum ist eine Methode, die die Organisation im Team tiefgreifender verändert als Design Thinking. Im Scrum oder „Gedränge“ arbeitet ein Team eigenverantwortlich und selbstorganisiert. Ganz ohne Spielregeln geht das jedoch nicht. Es gibt fest definierte Rollen mit eigenständigen Aufgaben: Der Product Owner vertritt die Interessen der Kunden, der Scrum Master kümmert sich um die Koordination des Teams und das Entwicklerteam produziert. Scrum verläuft in Sprints oder „Mini-Projekten“, die wöchentlich oder auch täglich wiederholt werden. Zu Beginn des Sprints werden konkrete Anforderungen an das Produkt festgelegt, dann folgt die Planung, Entwicklung und die Retrospektive, die zu einem Zwischenergebnis (Release) führen. Das Zwischenprodukt wird getestet und neue Anforderungen für den nächsten Sprint definiert. Vorteile der Methode: Kurze Kommunikationswege, viel Flexibilität im Team und das Produkt wird früh in der Praxis getestet.

Scrum wird vor allem im agilen Projektmanagement und im hybriden Projektmanagement eingesetzt.

Neues Wissen und Kompetenzen für die Digitalisierung

Prozesse digitalisieren, Kundenerlebnisse verbessern, Kosten reduzieren, agiler werden… Die Vorteile der Digitalisierung möchte niemand missen. In der Praxis brauchen Unternehmen für digitale Herausforderungen individuelle Lösungen, die zu Ihnen passen. Doch das Grundwissen für den digitalen Wandel und die digitalen Kompetenzen, die wir brauchen, sind dieselben. Viele Unternehmen durchgehen dieselben Phasen im Prozess der Digitalisierung. Zu Beginn sind oft Unsicherheiten und Ängste vor Veränderungen bei der Belegschaft, aber auch Führungskräften zu finden. Diese Hürden kann man jedoch überwinden. Ein verantwortlicher Digitalisierungsmanager kann Change-Prozesse anderen Menschen verständlich erklären, auf sie eingehen und mit ihnen nach Lösungen suchen. Methoden wie das Design Thinking ermöglichen es auch Mitarbeitern, die bisher kein Gehör gefunden haben, eine Stimme zu geben und neue Ideen mitzuentwickeln. Oft verstecken sich ungenutzte Talente in Unternehmen, die nur die richtigen Rahmenbedingungen benötigen, um aktiv zu werden. Es gibt unzählige, ungeahnte Chancen, die jedes Unternehmen ergreifen kann, um sich in und mit der Digitalisierung weiterzuentwickeln.

Wir haben eine Reihe von Seminaren entwickelt, die Menschen in Digitalisierungsprozessen mit neuen digitalen Kompetenzen unterstützen:


Impressionen vom Wissensbrunch „Digitalisierung“ in Berlin

Wer gerne bei einem Wissensbrunch mitmachen möchte, kann sich gerne für unseren Newsletter anmelden. Wir verschicken Einladungen zu unserem kostenlosen Wissensbrunch und Wissenswertes aus unserem Blog zu den Bereichen Weiterbildung, Qualifizierung und Karriere. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an Christine Wackernagel c.wackernagel@ifm-business.de.

Unsere Kunden beim Schnabulieren

Wissensbrunch-Gruppe mit Blick auf Dozentin

Gelernt wurde auch etwas

 

Frisches Obst serviert

Wir freuen uns auf neue Menschen und Themen beim nächsten Event!



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